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Daunen - ein Nebenprodukt?
Viele Menschen sind der Meinung, dass Daunen als Nebenprodukt beim Schlachten von Gänsen zur Fleischgewinnung anfallen. Einige Anbieter garantieren, dass die Daunen nicht aus Lebendrupf stammen. In Deutschland ist der Lebendrupf sogar verboten. Doch wie sieht die Wirklichkeit aus?
Die Stiftung Warentest hatte zehn Anbieter von Daunendecken gebeten, die Herkunft und die Wege der von ihnen verwendeten Daunen offenzulegen. Aber nicht einmal die Firmen, die damit werben keine Daunen aus Lebendrupf zu verwenden, teilten mit von welchen Höfen sie ihre Daunen beziehen.
Wie sooft scheint also mal wieder Profit auf die Kosten der Tiere gemacht zu werden. Wenn man die Gänse erst nach ihrem Tod rupft, kann man schließlich nur einmal Daunen ernten. Da ist es doch viel profitabler, wenn man sie einfach mehrfach lebendig rupft (die Daunen wachsen immer wieder nach). Und wer muss mal wieder bezahlen? Natürlich, die Tiere, denen das Ausrupfen der Daunen große Schmerzen bereiten.
Klar, während der Mauser verlieren die Gänse die Daunen von selbst, da kann man sie problemlos aus dem Gefieder zu streichen. Nur leider kommen natürlich nicht alle Gänse gleichzeitig in die Mauser. Was die Betriebe aber nicht im geringsten davon abhält unter dem Vorwand der Mauser ganze Herden gleichzeitig zu rupfen.
In den Hauptproduktionsländern, wie Ungarn, Polen und China gehört der Lebendrupf zum Standard. Aber auch in Deutschland wird teilweise sogar der illegale und besonders qualvolle Maschinenrupf betrieben. Dabei kommen lebende Gänse zum Rupfen in Maschinen, die eigentlich für tote Tiere entwickelt worden sind, sodass die stressempfindlichen Vögel entsprechend grob behandelt werden.
Und scheinbar sind noch nicht mal die strengsten Kontrollsiegel ein Garant dafür, dass die Gänse nicht lebendig gerupft worden sind.

Schon vor einiger Zeit habe ich mal einen Artikel zur Daunengewinnung auf der Seite des Deutschen Tierschutzbundes gelesen. Völlig geschockt verbannte ich damals das Daunenkopfkissen aus meinem Bett (Daunenjacken hatte ich noch nie gemocht, die sind immer so aufgeplustert ^^). Als Ersatz bekam ich von meinen Eltern ein Körnerkissen, das in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung, die Geld verdienen möchten, hergestellt worden war :).
Aber auch für Leute, die die Beschaffenheit von Daunen nicht missen möchten, gibt es einige tierfreundliche Alternativen.
Den Bericht zu den Daunen gibt es hier: http://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/daunen-lebendrupf?utm_source=nl&utm_medium=1408&utm_campaign=w
glg,
Hanniballchen